Beine mit dem von Reibeisenhaut verursachten Ausschlag

Reibeisenhaut (Keratosis Pilaris): Ursache, Symptome und Behandlung

Du leidest an rauer Haut mit kleinen Pickelchen an Armen, Beinen, Po oder im Gesicht? Dann könnte es sich um die sogenannte Reibeisenhaut handeln. Aber was ist das genau und wie wird man die Hauterkrankung wieder los? Gemeinsam mit einem Dermatologen klären wir auf, wie Reibeisenhaut entsteht und was dagegen hilft.

Die Haut fühlt sich rau an und ist mit kleinen, hartnäckigen Pickeln übersäht. Ein bisschen sieht es so aus, als hättest du gerade eine Gänsehaut. Allerdings verschwindet sie nicht gleich wieder, sondern begleitet dich ständig. Dann kann es sein, dass du unter der sogenannten Reibeisenhaut leidest.

So wird diese Hautstörung zumindest umgangssprachlich genannt, weil sich die betroffenen Hautstellen uneben, trocken und rau anfühlen. Medizinerinnen und Mediziner sagen dazu „Keratosis pilaris“.

Was ist Reibeisenhaut (Keratosis pilaris)?

Reibeisenhaut oder eben Keratosis pilaris ist eine Verhornungsstörung. Sie entsteht, wenn die Haut zu viel Keratin bildet. Das ist ein Protein, das für Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln wichtig ist. Wird allerdings zu viel Keratin gebildet, lagert es sich an den Haarfollikeln, also dort, wo die Haare ansetzen und wachsen, ab. Die Poren verstopfen. Der Talg kann nicht mehr abfließen und lagert sich ab, die Talgdrüsen entzünden sich.

Dadurch bilden sich die kleinen hautfarbenen oder roten Pickel. Da der Talg nicht nach außen fließen kann, fehlt es der Haut an Feuchtigkeit. Sie wird rau und trocken. Am häufigsten tritt Reibeisenhaut an Armen, Beinen und Gesäß auf. In seltenen Fällen können auch Hals und Gesicht betroffen sein.

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Wie häufig ist Keratosis pilaris?

Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei Keratosis pilaris nicht um eine Krankheit. „Es ist eher ein kosmetisches Problem“, erklärt Dermatologe Sebastian Pfeiffer. Aber auch das kann belastend sein. Viele Betroffene fühlen sich entstellt und im Alltag eingeschränkt.

Zum Beispiel, wenn sie sich schämen und versuchen, die betroffenen Hautstellen zu verdecken. Sie trauen sich nicht, im Sommer kurze T-Shirts oder Hosen zu tragen. Nicht selten seien auch ein unangenehmes Hautgefühl oder ein schmerzender Juckreiz damit verbunden.

Schätzungen zufolge kennen zwischen 40 und 50 Prozent der Menschen dieses Problem. Reibeisenhaut tritt im Laufe des Lebens bei etwa der Hälfte der Menschen auf. Frauen sind häufiger von Keratosis pilaris betroffen als Männer. Meist beginnt es im Kindes- oder Jugendalter.

Die Ursachen von Reibeisenhaut

Die Ursache für Reibeisenhaut ist nach wie vor unklar. Medizinerinnen und Mediziner vermuten, dass die verstärkte Keratin-Produktion genetisch bedingt sein könnte, einige vermuten zudem einen hormonell bedingten Zusammenhang. Deshalb wird Reibeisenhaut oftmals als Teenager-Problem abgetan. Das ist es aber nicht.

Häufig von Reibeisenhaut betroffen sind Menschen, die unter anderen Hautkrankheiten wie Neurodermitis leiden. Auch wer eine generell eher trockene Haut hat, ist stärker gefährdet. Typisch sei deshalb laut dem Experten, dass Reibeisenhaut im Winter stärker ausgebildet sei als im Frühjahr oder Sommer. Wenn es draußen kalt und drinnen durch die Heizungsluft warm und trocken ist, ist die Haut besonders gereizt.

Diese Symptome treten bei Reibeisenhaut auf

Die Reibeisenhaut tritt vor allem an Armen, Beinen oder Po auf. Sie kann jedoch auch am Hals oder im Gesicht vorkommen. Auf den ersten Blick sieht das dann aus, als hätte man eine Gänsehaut.

Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Kleine Pickel rund um die Haarfollikel – meist hautfarben oder rötlich

  • Trockene und raue Haut im Bereich der Pickel

  • Gerötete Hautstellen im betroffenen Bereich

  • Verwachsene Haare, die wegen der Verhornung nicht durch die Folikel dringen können

  • Juckreiz - dieser kann stark oder nur sehr schwach sein

Behandlungsmöglichkeiten bei Reibeisenhaut

Die gute Nachricht ist: „Keratosis pilaris ist in den allermeisten Fällen mehr ein kosmetisches als ein medizinisches Problem“, sagt der Dermatologe. Eine ärztliche Behandlung ist deshalb nur selten notwendig. Meistens bildet sich die Verhornungsstörung mit der Zeit selbst zurück. „Was man jedoch nicht tun sollte ist, die Pickelchen abzukratzen.“ Das belastet die Haut zusätzlich und kann zu Entzündungen führen.

Mit einer routinierten Hautpflege kannst du deine Reibeisenhaut in der Regel sehr gut in den Griff bekommen. Es liegt jedoch nahe, dass diese Maßnahmen nicht bei jedem Menschen funktionieren. Wer von Reibeisenhaut betroffen ist, sollte beobachten, wie die Haut auf die Maßnahmen reagiert. „Dabei kann man gegebenenfalls mit einem Dermatologen zusammenarbeiten, um die beste Pflegeroutine zu finden,“ so Pfeiffer.

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6 Tipps zur Linderung von Reibeisenhaut

Wer etwas tun möchte, um seine Reibeisenhaut in den Griff zu bekommen, sollte seine Haut vor allem entsprechend pflegen. Sanfte Reinigung und Feuchtigkeit helfen, die Haut weich und geschmeidig zu halten. Dabei können diese Tipps helfen:

  • Kein heißes Wasser

    Heißes Wasser belastet die Haut und trocknet sie stärker aus. Am besten also mit lauwarmem Wasser duschen oder waschen.

  • Sanfte Reinigungsmittel

    Seifen, Lotionen und andere Pflegeprodukte sollten möglichst pH-neutral sein und keine künstlichen Duftstoffe enthalten.

  • Reichlich Feuchtigkeit

    Dafür eignen sich Körper-Öle besonders gut. Auch Feuchtigkeitscremes, die Urea enthalten, helfen der trockenen Haut. Als einfaches Hausmittel eignet sich beispielsweise Olivenöl.

  • Peelings

    Gegen die Verhornung und Verstopfung der Poren helfen regelmäßige Körperpeelings. Dann kann der Talg wieder besser abfließen. Geeignete Produkte gibt es in der Apotheke. Dort kann man sich auch beraten lassen. Fruchtsäure-Peelings können beispielsweise auch selbst hergestellt werden. Doch auch hier gilt: Die Menge macht’s. Ein Peeling ein- bis zweimal pro Woche reicht völlig aus. Auch beim Auftragen und Einreiben ist sanfte Vorsicht geboten.  

  • Sonne und Salzwasser

    Ein Sonnenbad kann helfen, die Verhornung aufzulösen und die Haut geschmeidig machen. Jedoch ist hierbei natürlich Vorsicht geboten. Zu viel UV-Strahlung schadet mehr, als dass sie hilft. Ganz wichtig dabei: den richtigen Sonnenschutz nicht vernachlässigen. Salzwasser wirkt zudem wie ein natürliches Peeling für deine Haut.

  • Die richtige Kleidung

    Wolle oder synthetische Stoffe sollten nicht direkt am Körper getragen werden. Sie strapazieren die Haut zusätzlich. Direkt am Körper sollte deshalb nur Baumwolle getragen werden. Auch enge Kleidung wie etwa Sportleggings kann die Reibeisenhaut verstärken, da sie starke Reibung verursacht.

Einfluss der Ernährung auf Reibeisenhaut

Dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Ernährung und Reibeisenhaut besteht, ist nicht belegt. Allerdings ist eine ausgewogene Ernährung wichtig für ein gesundes Hautbild. Insbesondere Genussmittel wie Kaffee, Nikotin, Alkohol oder Zucker sind schlecht für die Haut.

Wer ein Problem mit Reibeisenhaut oder generell trockener Haut hat, sollte zudem darauf achten, ausreichend Wasser zu trinken. Das fördert die Durchblutung und regt somit die Regeneration der Hautzellen an.

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Wann du einen Dermatologen aufsuchen solltest

Zwar ist Keratosis pilaris nicht gefährlich und du kannst sie mit der richtigen Pflege meist selbst gut in den Griff bekommen. Wenn sich das Hautbild trotz regelmäßiger Pflege nicht verbessert oder sich die Pickelchen regelmäßig entzünden, solltest du allerdings eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen.

Die Hautärztin oder der Hautarzt untersucht die betroffenen Hautstellen und kann mit dir besprechen, welche Möglichkeiten es gibt, deine Reibeisenhaut zu behandeln. Dafür kommen Medikamente oder eine Laserbehandlung in Betracht.

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